Es ist beliebt, dass man einen YouTube-Channel hat. Auch ich habe einen und auch sonst bin ich ganz gut in den Social Medias unterwegs. Die sozialen Medien haben aber auch einen hohen Stellenwert, wenn es ums Geld verdienen geht. Die zwei “Reiseprofis” Stefan Bamberger und Dominic Bamberger haben einmal klein angefangen, Filmschen in Flugzeug gedreht und diese veröffentlicht. Irgendwann kam wohl der Wunsch nach Aufmerksamkeit mit der Leidenschaft für die Produktion von Videos und sie bauten ihr Business aus.

2019 haben sie sich entschlossen, diesen Channel Vollzeit zu betreiben. War es bislang so, dass dies noch alles unter Urlaub abgetan werden konnte und die Flüge eben etwas teurer waren, so wird spätestens jetzt die Frage deutlich: wer bezahlt dies. Flüge und Hotels allein kosten schon rund 100.000 EUR und dabei haben die beiden Reiseblogger noch nichts gegessen und auch sonst keine Rechnung bezahlt. Immer wieder blitzt daher auch bei ihnen die Frage auf, wie dies finanziert wird. Zahlreiche Blogger und Vlogger machen daraus kein Geheimnis. Sie werden finanziert durch Werbung, aber eben auch durch die Hotels und Fluggesellschaften, über die sie schreiben.

Nicht so die beiden Bambergers. Entsprechende Nachfragen werden dabei abgeblockt und schon die Frage selbst wird als Überschreitung der Meinungsfreiheit eingestuft. Bambergers gehen sogar noch weiter und betrachten eine solche Frage bereits als “vulgär”.

Die Frage nach der Finanzierung des Channels ist jedoch nicht nur aus der vorgemachten Überschlagsrechnung berechtigt, sondern auch aus einem sehr klar zu Tage tretenden Tatsachen.

  • Die Berichte und die Website der Bamberger Videoproduction ist voll von Werbung für American Express und die Hilton Group, dass eine nicht werbende Tätigkeit verwundert. Gerade für ein Unternehmen, welches aus einer Website heraus seine Einnahmen generiert, wäre das Gegenteil eher verwunderlich. Und nahezu kein Beitrag kommt aus ohne einen Hinweis auf beide Unternehmen … neben noch ein paar anderen.
    Anders in dem Video in New Zealand. In dem Video machen sie deutlich, dass sie den Namen nicht nennen wollen, weil der Eigner hierfür nicht zu zahlen bereit ist. Aus Sicht der Bambergers und ihrer Geschäftspolitik eine nachvollziehbare Praxis, die sich an dem vieler Blogger orientiert.
  • Wer sich einmal die Berichte ansieht stellt schnell fest: Negatives kommt hier nicht zur Sprache. Sitz und Essen … großartig. Crew … ständig freundlich. Ein kritischer Blog, mit dem Anspruch auf eine journalistische Berichterstattung würde hier anders agieren und die beworbenen Unternehmen würden auch alles andere als es schätzen, wenn sie nur in Jubelsalven dahin rauschen würden. Denn gekaufte Berichterstattung ist das wenigste, was sie suchen. Ihnen kommt es auf die Autentizität an.

Die Sorge der Bambergers: der Verlust der Lebensgrundlage. Denn sie wissen, dass die geringe Reichweite ihres Channels alles andere als eine stabile Basis ist, um langfristig in diesem Haifischbecken zu überleben. Hinzu kommt noch die journalistisch schlechte Qualität, denn selbst die Video-Vlogs gehen über die Aneinanderreihung von Werbung und Bildern wahllos ausgewählter Orte ohne Hintergrundinformation zu diesen nicht hinaus.

Dabei streut Dominik Bamberger noch ein paar Nebelkerzen, um von dem eigentlichen Thema abzulenken. Angeblich haben sie bei den Landesmedienanstalten und den Verbraucherschutzministerien nachgefragt und wurden als unbedenklich eingestuft. Das Dumme nur: beide sind gar nicht zuständig. Denn weder sind sie ein Medienangabot im Sinne des Rundfunkstaatsvertrages noch Anbieter, so dass eine Verbraucherirreführung vorliegt. Was Bamberger jedoch indirekt bestätigt: die Hilton Group und auch Amex zahlen für die Dauerbeschallung mit deren Werbung Geld hierfür.

Was die Bambergers dabei übersehen ist, dass sie auch eine Verantwortung haben für ihre Nutzer. Ganz so einfach ist es weder, Meilen zu sammeln noch permanent günstige Flüge zu ergattern. Diese Flüge sind nicht nur rar, sondern auch von abgelegenen Desistantionen aus startend. Und hier bleiben Bambergers schuldig, dass sie auch dort hinkommen müssen und genau solche Flüge schnell auch mal 200 bis 300 EUR kosten können pro Person. Damit wird das vermeintliche Schnäppchen schnell zu einer Kostenfalle.

Und auch die zahlreichen anderen Möglichkeiten, die die beiden Herrschaften offerieren, funktionieren so nicht. Natürlich kann man sich jede Mengen Zeitschriften bestellen. Bezahlt werden müssen sie dennoch und dann lohnen sich die Meilen und Punkte ganz schnell nicht mehr. Ebenso bei dem dauerhaften Meilensammeln im Alltag verschweigen die beiden Blogger, dass dieses System nicht nur viel Zeit erfordert, sondern auch zusätzliche Kosten verursacht. Verschweigen tun sie, dass die Auslandszahlungen eine Auslandseinsatzgebühr verlangen.

Die kritischen Fragen sind also durchaus berechtigt. Nur verschweigen die Bamberger´s diese Zusammenhänge. Fliegen ist nicht billig, und auch die Airlines verschwenken ihr Premium-Produkt nicht.