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hqdefaultVor rund vier Wochen wurde Donald Trump zum 45. Präsidenten der USA gewählt. Man kann nicht sagen, Trump wäre der Liebling der Medien gewesen – weder in den USA noch in Deutschland. Den deutschen Medien war er zu REPUBLICAN – die Republicans sind seit Richard Nixon und Ronald Reagan so etwas wie der natürlich Feind, egal was er aussagt.

Nun ist er gewählt und eigentlich müsste jeder Demokrat genau dies machen, was auch Hillary Clinton getan hat: Donald Trump gratulieren und ihm ein glückliches Händchen wünschen. Während es die Kanzlerin vorgemacht hat, scheerte bereits ihr Aussenminister Steinmeier aus dieser Reihe aus. Christoph Schwennicke hat Steinmeiers Verhalten korrekt beschrieben

Außer Rand und Band hingegen präsentierte sich ein Mann, der in der deutschen Politik normalerweise für seine beinahe einschläfernde Besonnenheit bekannt und beliebt ist. Schon im Wahlkampf war Außenminister Frank-Walter Steinmeier schwer aus der Rolle gefallen, als er Trump einen „Hassprediger“ nannte. So etwas darf ein Spitzenpolitiker als Außenminister und damit oberster Diplomat eines Partnerlandes vielleicht denken, aber nicht öffentlich sagen.

Steinmeier, wohl bald zum Bundespräsidenten und damit Trumps Amtskollegen befördert, steht mit seiner recht armseeligen Aussage nicht allein da und findet reichhaltig positives Echo in der deutsche Medienlandschaft. Irgendwann wird er sich sicher beklagen, keine EInladung nach D.C. zu bekommen.

Ein beredetes Beispiel hierfür ist der Beitrag von Liane Bednarz im Tagesspiegel. Sicher, die Plattform Causa ist eine Meinungsseite. Aber Meinung, will sie nicht als Pauschalkritik herüber kommen, muss in sich begründet und belegbar sein. Bei Frau Bednarz merkt man aber sofort: ihr geht es gar nicht um die Auseinandersetzung mit dem zukünfigten U.S.-Präsidenten, sie findet ihn einfach blöd. Wie ein kleines Schulmädchen, der man die Puppe gestohlen hat, konnte sie immer noch nicht verwinden, dass die demokratische Wahl in einem anderen Land anders ausgefallen ist sie dies gerne hätte.
Frau Bednarz ist hier ernsthaft der Meinung, das sein gewählter Präsident sich dadurch disqualifiziert, indem er für die Kommunikation nach aussen Twitter nutzt – an den klassischen Medien vorbei: “Zwischen dem 9. November* und dem 4. Dezember hat er dort 112 Tweets abgesetzt.” Ganz besonders findet es die Rechtsanwältin und Jung-Journalistin befremdlich, dass sich Trump mit den Medien in den USA auseinandersetzt, die ihn nicht mit wirklicher Nachsicht behandelt haben. Sicher, die New York Times, hat sich mit Trump einen inhaltliche Debatte geliefert und als Kandidat war Trump noch recht dünnhaeutig auf die Kritik. Aber gerade jene Zeitung zeigte anders als Bednarz dabei immer, dass sie die demokratische Auseinandersetzung schätzt und Trump auch zu Wort hat kommen lassen. Und natürlich, auch Trump ist eitel, vor allem nachdem er aus seiner Sicht einen Kampf “Ich gegen alle – alle gegen mich” gewonnen hat.

“Auch verlaufe, so lass man ebenfalls am 16. November, der Übergangsprozess entgegen eines Berichts der Zeitung reibungslos („smoothly“).” So begründet Bednarz u.a. Trumps Gegenstellung gegen die Medien – eine Meinung, die vorallem deutsche Medien vertreten, weil Trump kurze Zeit nach dem Wahlsieg einige Position im Übergangsteam umbesetzt hat. Nun war die in den US-Medien eher weniger ein Thema, weil dies einerseits durchaus üblich ist und andererseits die Ablösung von Chris Christie auch berechtigt war mit Blick auf die Skandale in seinem Heimatstaat. Trump hat hier reagiert und eine logisch nachvollziehbare Entscheidung getroffen. Für Bednarz – und mit ihr zahlreiche andere Medien – bedeutet dies Chaos. Hier zeigt sich einmal mehr, dass es nicht nur darauf ankommt, was jemand tut, sondern auch wer etwas tut. Bei Clinton hätten die Medien anders reagiert.

Und auch Trumps Posting zum Anruf der taiwanesischen Präsidentin wird gegen ihn verkehrt: nicht als möglicher Politikwechsel, sondern “Tiefpunkt in jeder Hinsicht”. Warum, dies bleibt Bednarz wie in allen anderen hasserfüllten Sätzen schuldig. Aber: China ist auch sozialistisch und deshalb durchaus ein Held der deutschen Linken.

Das Beste hat sich Bednarz aber für ihren Schlussabsatz aufgehoben: “Donald Trump schadet schon jetzt der Demokratie”. Warum? Darüber wird der Leser nicht aufgeklärt und muss sich mit dem Verweis auf einen ebenso fragwürdigen wie hasserfüllten Beitrag auf bento.de von Sebastian Chris verwiesen.

Auf Facebook erntet die Jungjournalistin, die auch sonst immer mal für Fragwürdiges steht, viel Beifall.

Bednarz und mit ihr grosse Teile der deutschen Medienlandschaft setzen hier aber ihren Feldzug gegen Trump fordert und dies erinnert fatal an George W. Bush 2000/2001. Auch Bush jun. hatte gegen einen Liebling der deutschen Linken – Albert Gore – gewonnen. Was sie damit aber erreichen ist, die Demokratie zu schaden. Clinton hat es vorgemacht: sie hat sich als faire Verliererin in einem demokratischen Wettbewerb herausgestellt und trotz eines beinharten Wahlkampfes Trump zum Wahlsieg gratuliert und ihm eine glückliche Hand in seiner Amtszeit gewünscht. Diese Groesse und demokratische Reife haben Bednarz und viele ihrer deutschen Kollegen bislang nicht bewiesen.

Auf ihrer Facebook-Page beschwert sich Frau Bednarz dann, dass ihre Meinung nicht geteilt wird. Die Dame hat es wenig damit, sich mit der Kritik an ihren Texten auseinanderzusetzen. Mehr als Pauschalierungen sind ihr nicht zu entlocken. Armer Journalismus …