Tags

, , , , , , ,

Wenn in  Bayern am 15. September 2013 um 18 Uhr die Wahllokale schliessen, duerften so einige Traeume platzen. Vor mehr als zwei Jahren war Christian Ude als Tiger der SPD – oder formeller: Spitzenkandidat – gestartet. Nun merkt auch die SPD, was in Muenchen bereits jeder wusste. Sie hatte sich einen amtsmueden Kandidaten und Oberbuergermeister eingehandelt, der zwar Muenchen durchaus erfolgreich regiert hat, aber vom Land, in dem er lebt, wenige kannte. Ude, der als Muenchner Sonnenkoenig gerne noch ein wenig weiter gemacht hatte, wollte nicht unbedingt noch einen Schritt weiter gehen und als Retter er BayernSPD erscheinen.

Ude hat es nie geschafft, wirkliche Fahrt aufzunehmen. Er wurde nicht ueber inhatliche Themen wahrgenommen, sondern ueber die Frage, mit wem er regieren wuerde wollen. Lange zog es sich hin, bis das Oppositionsbuendnis mit Gruenen und Freien Waehlern stand – zu spaet, um die CSU noch wirklich anzugreifen. Diese hatte naemlich die Haengepartie der SPD genutzt, um wieder zurueck zur alten Staerke zu finden. Bereits Mitte 2012 hatte sie das erreicht, was sie bundesweit immer braucht – die absolute Mandatsmehrheit. Dies scheint bislang gelungen zu sein, trotz kleiner Skandaelchen – die recht schnell aber immer auch die Opposition erreichten. Seehofer setzte dabei bewusst auf einen eher themenarmen Wahlkampf und betonte das Leistungsportfolio auf Bayernebene. Das hierbei auch Fehler gemacht wurden, scheint die grosse Mehrheit der bayerischen Bevoelkerung ihm zu verzeihen. Dabei spielt sicher auch seine konsequente Verjuengungs- und Verweiblichungspolitik eine Rolle – kein Minister ueber 60 im  Kabinett und die Rueckholung von Ilse Aigner als Spitzenfrau nach Bayern mit ausgezeichneten Chancen auf den Fraktionsvorsitz. Gleichzeitig hat Seehofer durch Aeusserungen wie “Das koennen Sie alles senden …” und die Facebook-Party im Muenchner P1 demonstriert, dass er auch abseits des Politikgehabes agieren kann. Dies wurde zwar durch die Opposition ins laecherliche gezogen, nur kam es beim Volk durchaus an und Seehofer konnte demonstrieren, dass er im direkten Kontakt mit dem Waehler Menschen gewinnen kann.

Die FDP hat er dabei kleinregiert. Mit grossen Toenen angetreten, war sie in fuenf Jahren kaum sichtbar – und Seehofer konnte sogar die Themen, die die FDP in den Koalitionsvertrag geschrieben hatte wie die Eheschliessung gleichgeschlechtlicher Paare in den Rathaeusern als seine Ideen verkaufen. Seehofer und Merkel sind sich hier durchaus aehnlich – ihr Politikstil ist nicht der selbe in der Aussendarstellung, im Binnenverhaeltnis und der Uebernahme von Themen aber gleich.

Das Ergebnis des 15. September 2013 ist daher vorher sehbar: Horst Seehofer bleibt Ministerpraesident und wird zukuenftig mit einer absoluten Mehrheit regieren. Sein Image als Retter der CSU nach dem Debakel von 2008 wird sich dadurch festigen.

Wahlumfragen

Wahlprogramme der Parteien zur Landtagswahl